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Die psychotherapeutische Bedeutung der Vergebung

Emanzipatorische Selbsterkenntnis, als Leitidee der Psychotherapie, ist unumgänglich an Verzeihung und Vergebung gebunden. Dem folgend gilt die theoretische Differenzierung und persönliche Klärung zwischen neurotischen Schuldgefühlen und realer Schuld weiterhin als wesentliches Element der meisten Psychotherapiekonzepte. Die neurotische Verleugnung realer Schuld, wie die pathologische Pflege neurotischer Schuldgefühle, erkannten schon S. Freud, A. Adler und C.G. Jung gleichermaßen als Hindernisse für einen Therapieerfolg. Ein zentraler ideologischer Streit innerhalb der Therapieschulen dreht sich heute um die Frage, unter welcher Grundstimmung und inneren Haltung, der Psychotherapie Zuständigkeit für Verzeihung und Relevanz für Vergebung zukommen kann. Im gegenwärtigen Dialog zwischen den Kirchen und den Schulen der Psychotherapie werden dazu interessante Perspektiven neuerlich diskutiert. Dabei spielen die qualitative Differenzierung von neurotischen Neigungen und schuldhaftem Verhalten, wie die Klärung der bestimmenden Bindungsmuster des Menschen eine wesentliche Rolle. Es geht um die Frage wie weit neben emotionsgeleiteter Selbsterkenntnis und realer sozialer Auseinandersetzung, auch leibliche Grenzerfahrung Voraussetzung für Verzeihung und Vergebung sind.

14:45 - 15:30 Uhr

Univ.-Prof. Dr. med. WALTER PIERINGER

WALTER PIERINGER

 
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