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Psychotherapie der Verbitterung: Weisheitstherapie

Posttraumatische Verbitterungsstörungen haben sich in der klinischen Paraxis als schwierig zu behandelnde Erkrankungen erwiesen, weil die offensichtliche Ursachenbenennung zu der Gefahr führt, das Pathologische der psychischen Reaktion nicht wahrzunehmen, weil die Betroffenen selbst auf Grund der externalen Attribution ihrer Störung Änderungen bei der Umwelt jedoch nicht bei sich selbst für nötig erachten und weil die mit Verbitterung einhergehende Hoffnungslosigkeit, Resignation, Antriebsblockierung, Aggressivität gegen sich selbst und andere und der Rückszug aus allen sozialen Kontakten verhindern, dass die Betroffenen Hilfe suchen oder annehmen.

Ein neuer Behandlungsansatzpunkt ist eine Variante der kognitiven Verhaaltenstherapie, die auf die im Rahmen der Lebensspannenforschung entwickelte moderne Weisheitspsychologie zurückgreift. Weisheit kann definiert werden als eine Fähigkeit zur Lösung unlösbarer Lebensprobleme. Ähnlich wie Selbstsicherheit handelt es sich um ein mehrdimensinales Konstrukt mit Elementen wie der Fähigkeit zum Perspektivwechsel, der Fähigkeit zur Handlungssteuerung unter einer Nachhaltigkeitsperspektive, der Fähigkeit zur emotionalen Serenität oder der Fähigkeit zum Wertrelativismus. Die Grundlagenforschung hat gezeigt, dass Weisheit, so wie andere psychische Fähigkeiten lehr- und lernbar ist. Daraus wurde eine Therapieform entwickelt, die Weisheitstherapie, grundsätzlich als eine Option zur Behandlung psychischer Störungen angesehen werden, die im Kontgext belastender Lebensereignisse aufgetreten sind.

Literatur:

  • LINDEN M, ROTTER M, BAUMANN K, LIEBEREI B: The Post-Traumatic Embitterment (PTED). Hogrefe & Huber, Bern 2007
  • BAUMANN K, LINDEN M: Weisheitskompetenzen und Weisheitstherapie. Pabst Verlag, Lengerich, 2008

9:00 - 9:30 Uhr

Univ.-Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. MICHAEL LINDEN

MICHAEL LINDEN

 
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